<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>11. Bezirk Archive - Forschungsgesellschaft Wiener Stadtarchäologie</title>
	<atom:link href="https://archaeologie-wien.at/abgeschlossene-grabungen/category/11-bezirk/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://archaeologie-wien.at/abgeschlossene-grabungen/category/11-bezirk/</link>
	<description>Forschungsgesellschaft Wiener Stadtarchäologie</description>
	<lastBuildDate>Sat, 17 Aug 2024 22:45:05 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	

<image>
	<url>https://archaeologie-wien.at/wp-content/uploads/2020/10/cropped-Logo-solo-1-32x32.png</url>
	<title>11. Bezirk Archive - Forschungsgesellschaft Wiener Stadtarchäologie</title>
	<link>https://archaeologie-wien.at/abgeschlossene-grabungen/category/11-bezirk/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Feuerhalle Simmering</title>
		<link>https://archaeologie-wien.at/abgeschlossene-grabungen/11-bezirk/feuerhalle-simmering/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[klmadmin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Aug 2024 09:36:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[11. Bezirk]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://wp.archaeologie-wien.at/?p=760</guid>

					<description><![CDATA[<p>Oberbodenabtrag</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://archaeologie-wien.at/abgeschlossene-grabungen/11-bezirk/feuerhalle-simmering/">Feuerhalle Simmering</a> erschien zuerst auf <a href="https://archaeologie-wien.at">Forschungsgesellschaft Wiener Stadtarchäologie</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading has-medium-font-size">11. Feuerhalle Simmering</h2>



<h4 class="wp-block-heading">Für die Erweiterung der Feuerhalle Simmering wurde der Oberbodenabtrag der beanspruchten Fläche vom 7. bis 29. April 2021 archäologisch begleitet. Danach sollten etwaige auftretende archäologische Strukturen ergraben und dokumentiert werden.&nbsp;</h4>



<p>Mit dem Oberbodenabtrag der vom Vermesser ausgesteckten Fläche wurde am 07. April 2021 begonnen. Da das Gelände durch eine mittig von der Feuerhalle nach Norden hin angelegte Straße in etwa zwei gleich große Hälften geteilt war, wurde mit der westlich der Straße gelegenen Fläche begonnen, danach auf die östliche gewechselt, bevor mit dem Abbruch der Straße der restliche Bereich freigelegt wurde.</p>



<p>Dabei wurde nach dem Entfernen der etwa 15 bis 30 cm starken Grasnarbe der darunterliegende, etwa 80 cm starke Mutterboden bis auf den anstehenden hellbeigen Löss abgehoben. In diesem zeichneten sich zahlreiche Befunde ab.&nbsp;</p>



<p>So wurden westlich der Straße neben vielen anderen Pfostenlöchern, die vorerst noch nicht exakt zuordenbar sind, auch zahlreiche kleine rechteckige, etwa 40 x 30 cm große und 35 cm tiefe Gruben freigelegt, in denen mittig drei bis vier übereinander liegende trocken gesetzte Ziegel lagen. Diese parallel angeordneten Gruben könnten als Unterbau für die Pfostensetzungen einer Pergola gedient haben.&nbsp; Daneben fanden sich in dieser Fläche, genauso wie im Bereich unter der Straße, auch einige rechteckige und unterschiedlich tiefe Gruben, zwei davon waren sehr fundträchtig. In ihnen fanden sich unter anderem Keramikscherben, die vom Spätmittelalter bis in die Neuzeit datieren. Dies war allerdings wohl umgelagerter Abraum von anderer Stelle, da entsprechende Strukturen im betroffenen Bereich nicht feststellbar waren. Ebenso wurden einige seichte, schmale und längliche Gräbchen freigelegt; sie dürften wohl zur Aufnahme von Rankgittern oder ähnlichem gedient haben.</p>



<p>Zwei relativ große, rechteckige und Nord/Süd orientierte Gruben lagen auch im Bereich unter der Straße, ebenso drei kleinere, die allerdings Ost/West orientiert angelegt waren. Allen jedoch ist gemeinsam, dass ihre Verfüllung völlig ohne datierendes Fundmaterial auskam. Wofür diese Bodeneingriffe gedient haben, lässt sich vorerst noch nicht sagen.</p>



<p>Unmittelbar an die Feuerhalle angrenzend konnten zahlreiche Ost/West verlaufende schmal längliche Strukturen freigelegt werden, die dicht aneinander lagen und nur mehr sehr flach erhalten waren. Es dürfte sich dabei wohl um Pflanzgräbchen handeln.</p>



<p>Östlich der Straße ergab sich ein völlig anderer Befund. Hier wurden insgesamt 33 runde&nbsp; Pflanzgruben freigelegt. Sie maßen durchschnittlich 150 cm im Durchmesser, waren nur mehr sehr seicht, etwa 15 bis 20 cm tief erhalten und in einem regelmäßigen Raster angelegt.</p>



<p>Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich auf dem untersuchten Geländeabschnitt wohl ein Obstgarten befunden hat, wie es die freigelegten Befunde nahelegen und wie er auf den historischen Ansichten auch hier zu erkennen ist.</p>



<p>Auftraggeber: BWF-Gebäudeerrichtungs- und Vermietungs GmbH Co KG</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://archaeologie-wien.at/abgeschlossene-grabungen/11-bezirk/feuerhalle-simmering/">Feuerhalle Simmering</a> erschien zuerst auf <a href="https://archaeologie-wien.at">Forschungsgesellschaft Wiener Stadtarchäologie</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Urnenhain</title>
		<link>https://archaeologie-wien.at/abgeschlossene-grabungen/11-bezirk/urnenhain/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[klmadmin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Oct 2020 10:48:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[11. Bezirk]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://wp.archaeologie-wien.at/?p=623</guid>

					<description><![CDATA[<p>Urnenhain</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://archaeologie-wien.at/abgeschlossene-grabungen/11-bezirk/urnenhain/">Urnenhain</a> erschien zuerst auf <a href="https://archaeologie-wien.at">Forschungsgesellschaft Wiener Stadtarchäologie</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="has-medium-font-size wp-block-heading">11. Urnenhain</h2>



<p>Auftraggeber: Friedhöfe Wien GmbH</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://archaeologie-wien.at/abgeschlossene-grabungen/11-bezirk/urnenhain/">Urnenhain</a> erschien zuerst auf <a href="https://archaeologie-wien.at">Forschungsgesellschaft Wiener Stadtarchäologie</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Schloss Kaiserebersdorf</title>
		<link>https://archaeologie-wien.at/abgeschlossene-grabungen/11-bezirk/schloss-kaiserebersdorf/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[klmadmin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Oct 2020 10:35:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[11. Bezirk]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://wp.archaeologie-wien.at/?p=619</guid>

					<description><![CDATA[<p>Mittelalterliche und neuzeitliche Vorgängerbauten </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://archaeologie-wien.at/abgeschlossene-grabungen/11-bezirk/schloss-kaiserebersdorf/">Schloss Kaiserebersdorf</a> erschien zuerst auf <a href="https://archaeologie-wien.at">Forschungsgesellschaft Wiener Stadtarchäologie</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="has-medium-font-size wp-block-heading">11. Schloss Kaiserebersdorf</h2>



<h4 class="wp-block-heading">Mittelalterliche und neuzeitliche Vorgängerbauten </h4>



<p>Auftraggeber: Republik Österreich</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Grabung</h3>



<p>Ausgrabungen und Bauforschung in der Justizanstalt Wien-Simmering</p>



<p>Kaum jemandem ist bewußt, dass die heutige Justizanstalt Wien-Simmering in der Kaiser-Ebersdorfer Straße 297 in einem ehemaligen Jagd- und Lustschloss der Habsburger untergebracht ist. (Abb. 1) Im 16. Jh. nahm das Schloss einen hohen Stellenwert unter den Immobilien der Habsburger ein, bis ihm die nachfolgenden Bauten wie das sogenannte Neugebäude und später das Schönbrunner Schloss den Rang abliefen. Mehrere Jahre andauernde Neu- und Umbauarbeiten seit der Mitte der 1990er Jahre waren der Anlass für Ausgrabungen und Bauuntersuchungen, die Gelegenheit gaben, der Geschichte dieses Gebäudekomplexes nachzuspüren.</p>



<p>Bei den Grabungen kamen erstaunlich gut erhaltene Reste der ehemaligen Befestigung des Schlosses zutage, die aus einem inneren Wassergraben, einem Zwinger, einer mit Türmen versehenen Umfassungsmauer, einer Palisade und einem äußeren Wassergraben, der früher vom Schwechat-Fluss gespeist wurde, bestand. (Abb. 2) Anhand der festgestellten Mauerwerkstrukturen und Keramikfragmente käme für die älteren Bereiche der Umfassungsmauer eine Datierung in die zweite Hälfte des 13. Jh. bzw. erste Hälfte des 14. Jh. in Frage, wobei Ausbesserungen und Veränderungen, wie zum Beispiel die Aufgabe der Türme, auch noch bis in die erste Hälfte des 16. Jh. und später erfolgt sind.</p>



<p>Der Kernbau der Schlossanlage, der wegen seines erst in den 50er Jahren des 20. Jh. abgetragenen Uhrturmes auch als &#8222;Uhrtrakt&#8220; bezeichnet wird, stellt sich heute äußerlich als regelmäßiger Vierflügelbau der Renaissance dar. Durch Mauerwerksanalysen konnten aber die Reste eines mittelalterlichen Vorgängerbaus ermittelt werden, der Burg der Herren von Ebersdorf, die spätestens seit der zweiten Hälfte des 13. Jh. dort ansässig waren.</p>



<p>Nach einem Gütertausch im Jahr 1499 ließen die Habsburger als neue Besitzer in der Mitte des 16. Jh. das Schloss umgestalten und erweitern, wie zahlreiche im Hofkammerarchiv erhalten gebliebene Rechnungen belegen. (Abb. 3) Namhafte Architekten und Baumeister der Renaissancezeit waren hier tätig, unter anderem der italienische Architekt Pietro Ferrabosco, der auch am Bau der Wiener Burg beteiligt war, die Baumeister Hans Tscherte und Hermes Schallautzer sowie der Steinmetz Benedikt Kölbl. Es scheint in dieser Zeit starke bauliche Veränderungen innerhalb des Uhrtraktes gegeben zu haben und der Zöglingstrakt errichtet worden zu sein, der südwestlich an den Uhrtakt anschließt und mit diesem durch einen schmalen Trakt verbunden ist. Die Quellen belegen für diese Blütezeit des Schlosses eine Menagerie, in der exotische Tiere wie Löwen, Leoparden, Luchse und Bären gehalten wurden.<br>Weitere nennenswerte bauliche Veränderungen fanden im Barock statt, wobei der Kanzlei- und Südtrakt sowie wohl die Schlosskapelle neu errichtet wurden und die Gebäude die heutige Fassadengliederung erhielten.<br>Unter Kaiserin Maria Theresia wurde das Schloss 1745 in ein Armenhaus umgewidmet, später als Kaserne, Militärdepot und seit den 20er Jahren des 20. Jh. als Justizanstalt genutzt. (Abb. 4)</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Befestigung</h3>



<p>Die ausgegrabene Befestigung</p>



<p>Die Ausgrabungen brachten Teile der mittelalterlichen Befestigungsanlagen der Burg Ebersdorf zutage, die bis in die Neuzeit verwendet, repariert und adaptiert wurden. Diese bestanden aus einem inneren Wassergraben, einem Zwinger, einer mit Türmen versehenen äußeren Umfassungsmauer und einem äußeren Wassergraben, der im Westen und Norden von natürlichen Flußläufen, im Osten von einem künstlich angelegten Graben gebildet wurde. Die gesamte freigelegte äußere Umfassungsmauer wurde 1995 zerstört. (Abb. 1.)</p>



<p>Innerer Wassergraben<br>Den Uhrtrakt umgab ein von Mauern eingefasster Wassergraben, der ungefähr 7,30 &#8211; 7,60 m breit war und in seiner Ost-West-Ausdehnung eine Länge von 62 m erreichte. Die Tiefe vom rekonstruierten Gehniveau aus betrug ca. 2,5 m, vom Uhrtrakt trennte ihn ein 4 m schmaler Bereich, der innere Zwinger. Die Datierung der Funde aus den Schichten des Grabens ermöglichte eine zeitliche Einordnung ins Spätmittelalter.<br>Die innere Grabenbefestigung bestand aus Bruchsteinmauerwerk, das zum Wassergraben hin mit langen Quadern verkleidet war. Bislang ohne Vergleich ist die Eckausbildung dieser inneren Grabenmauer, die in der Aufsicht stufenförmig erscheint. (Abb.2) Die äußere Grabenfuttermauer zeigte verschiedenartige Mauertechniken und wirkte weniger einheitlich als die Mauer an der Innenseite. Auch in ihr waren zum Teil Quader verbaut, von denen einige Buckel aufwiesen und manche Steinmetzzeichen trugen. Beide Mauerzüge waren mit Ziegeln ausgebessert.</p>



<p>Umfassungsmauer<br>Die nördliche Umfassungsmauer des Schlosses Kaiserebersdorf war 0,6 &#8211; 0,8 m stark und bis zu einer Höhe von 2,6 m erhalten. Ihre ursprüngliche Höhe ließ sich nicht mehr feststellen. Die Mauer war außen deutlich geböscht, schräg gegen das anstehende Erdreich gestellt und an der Innenseite in Abständen von ca. 2,9 m mit Pfeilern versehen. Diese waren sorgfältig aus Bruchsteinen in Mörtelbindung errichtet und ca. 0,7 m stark. Sie könnten als Stützen der Mauer gedient, oder einen Wehrgang getragen haben. (Abb.3)</p>



<p>Die Umfassungsmauer bestand in ihren ältesten Teilen aus Bruchsteinmauerwerk, das an der Nordseite vollflächig verputzt war. Auch diese Mauer wies an zahlreiche Stellen Ziegelausbesserungen auf. Im freigelegten Abschnitt waren zwei 6 x 6 m große Türme mit 1 m starken Bruchsteinmauern eingebunden. Diese ragten ca. 3,2 m hinter die Umfassungsmauer nach innen und ca. 1,80 m nach außen, wodurch sie kaum flankierfähig waren.<br>Ein vergleichbares Mauerstück mit einer Länge von ca. 6 m und Eckquadern kam 1998 an der Außenmauer des Südtraktes zu Tage. Es könnte der Rest eines weiteren Turmes gewesen sein, was ein Anhaltspunkt für den weiteren Verlauf der Umfassungsmauer wäre. (Abb. 4)</p>



<p>Der östliche Teil der Umfassungsmauer flankierte den an dieser Seite künstlich ausgehobenen äußeren Wassergraben und war weniger tief fundamentiert. Sie bestand ebenfalls aus Bruchstein- und Ziegelmauerwerk, wies aber an der Innenseite keine Pfeiler und auch keine turmartigen Bauten auf. Wohl deshalb, weil sie zur sumpfigen Flußniederung hin lag und nicht in Richtung des offenen Flusses, wie die Nord- und Westseite.</p>



<p>Stützmauer und Palisade<br>Im Westen war der Umfassungsmauer im Abstand von vier Metern eine weitere Mauer vorgelagert, die aus Bruchsteinmauerwerk mit wenigen Ziegelstücken bestand.<br>Etwa 5 m vor der Umfassungsmauer befand sich zum Wassergraben hin eine Palisade aus einer Reihe eng gesetzter Eichenhölzer, die vor den Ecken der Umfassungsmauer in einem Durchmesser von 4 m halbkreisförmig ausschwang und vermutlich als Schutz der Unfassungsmauer vor Unterspülung diente. (Abb. 5)</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Burg</h3>



<p>Reste der mittelalterlichen Burg Ebersdorf</p>



<p>Schloss und Pfarrkirche von Ebersdorf befanden sich über Jahrhunderte gleichsam auf einer &#8222;Insel&#8220;, zwischen Wildbach und Schwechat, und waren somit vom Ort Ebersdorf getrennt. Massive Eingriffe in die Landschaft ließen im 20. Jh. diese Flußläufe von der Oberfläche verschwinden, so daß sie heute nur noch in alten Karten zu finden sind. (Abb. 1)<br>Wann genau die Burg Ebersdorf errichtet wurde, ist nicht bekannt, eine Urkunde belege aber die Existenz einer Burg mit Graben und Mauern im dritten Viertel des 13. Jahrhunderts: 1269 übergab in seinem Testament Konrad von Himberg-Ebersdorf an seine Söhne, Markward, Reinprecht und Chalhoch seine Burg Ebersdorf und seinen Besitz in Ebersdorf.<br>&#8222;…CASTRUM MEUM IN EBERSDORF TOTUM, SECUNDUM QUOD EXTERIUS FOSSATUM PROTENDITUR CONTIGUUM ANTEMURALI…&#8220;<br>Derselbe Konrad und sein Bruder Ulrich III mußten 1243 ihr Lehensgut mit dem Stammwohnsitz Himberg an den Babenbergerherzog Friedrich II., den Streitbaren, abtreten und Konrad scheint danach Ebersdorf als Herrschaftsmittelpunkt gewählt zu haben, weil er sich bereits 1252 in einer Urkunde nach Ebersdorf nennt. Spätestens zu dieser Zeit muß er also dort einen Wohnsitz gehabt haben. Einen Hinweis auf die Befestigungsanlagen liefert eine Teilungsurkunde aus dem Jahr 1401, die auch die Fischereirechte in der Schwechat und dem Wassergraben der Burg behandelt. (Abb. 2)</p>



<p>Konkrete Hinweise auf einzelne Bauteile der Burg sind den Schriftquellen jedoch nicht zu entnehmen und im vorliegenden Fall ist es auch schwierig, diese Daten archäologisch zu verifizieren: Die Keramikdatierungen sind nicht fein genug, dendrochronologische Datierungen waren nicht möglich und es gibt zu wenige datierbare Schichten, die auch bei der Mauerchronologie weiterhelfen können.<br>Die Bauforschung kommt jedenfalls zu dem Ergebnis, daß einige der verwendeten Baumaterialien, die Struktur des Mauerwerks und die Funde Indizien liefern, die auf eine Datierung in das ausgehende 13. bzw. 14. Jahrhundert weisen. Auch die Anlage der Befestigung mit der äußeren Umfassungsmauer, Palisade und Wassergraben, sowie dem ummauerten, inneren Wassergraben scheint in mittelalterlichem Stil gehalten zu sein, eine genauere Datierung der ältesten Baureste ist aber nicht möglich.</p>



<p>Innerhalb des Uhrtraktes sind Hinweise auf die Reste einer Burg aus dem 13. Jahrhundert ebenfalls rar, die vorliegende Fundmenge ist zu gering, um als Nachweis für eine so frühe Bautätigkeit gelten zu können. Die Maueruntersuchungen, die verwendeten Spolien und die gefundenen Keramik erlauben die Datierung von Teilen des Uhrtraktes in das frühe 14. Jh. Diese bilden einem quadratischen Kernbau, bestehend aus dem Ostteil des Uhrtraktes mit einer anschließenden Ringmauer, die sich in Mauerwerksabschnitten des Nord-, West- und Südteiles erhalten hat. (Abb. 3)<br>Dieser Kernbau war vermutlich bereits vom inneren Wassergraben umgeben, da sich die Fassaden des Uhrtraktes und die Mauern des inneren Grabens aufeinander beziehen und fast parallel zueinander verlaufen. Überdies weisen die Uhrtrakt Nordmauer und der Kern der inneren Grabenmauer denselben Mörtel auf, ein weiteres Indiz für die Gleichzeitigkeit.</p>



<p>Möglicherweise stecken jedoch bereits in diesem Kernbau ältere Bauteile, als Überreste einer Vorgängeranlage aus dem 13. Jahrhundert, wie etwa die inneren Grabenfuttermauern des inneren Wassergrabens. (Abb. 4) Auch die Buckelquader der äußeren Stützmauer dieses Grabens könnten aus einem Vorgängerbau stammen und als Spolien wieder verwendet worden sein.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Das Schloss</h3>



<p>Von der mittelalterlichen Burg zum Schloss Kaiserebersdorf</p>



<p>Das Schloss von Kaiserebersdorf ist in seiner heutigen Form das Ergebnis einer Jahrhunderte andauernden Bautätigkeit, durch welche die Burg ab dem 13. Jh. allmählich wuchs, repariert und verändert wurde und sich im Sinne eines größeren Wohnkomforts zum Schloss entwickelte. Umfang und Aussehen der mittelalterlichen Burg lassen sich nur in Ansätzen rekonstruieren, ab dem beginnenden 16. Jahrhundert wird unser Bild jedoch deutlicher.<br>Im Jahr 1499 mußten die Ebersdorfer ihre Burg und die Herrschaft Ebersdorf an den Habsburger Maximilian I. (1493 &#8211; 1519) abtreten und in der Folge begann der Umbau zu einem Jagd und Lustschloss. Ab dieser Zeit erhellen einerseits erhaltene Abrechnungen die durchgeführten Bautätigkeiten, andererseits existieren ab der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts Abbildungen, die wertvolle Hinweise auf die Bauentwicklung liefern.<br>In den 30er Jahren des 16. Jahrhunderts mußte das Schloss erst wieder bewohnbar gemacht werden, in den 50er Jahren belegt das massive Ansteigen der Ausgaben einen Neu- und Umbau der gesamten Schlossanlage. Genaue Angaben, welche Gebäudeteile von den Arbeiten betroffen waren, gibt es aber nicht. Namhafte Architekten und Baumeister der Renaissance waren hier tätig, unter anderem der italienische Architekt Pietro Ferrabosco, die Baumeister Hans Tscherte und Hermes Schallautzer sowie der Steinmetz Benedikt Kölbl.<br>Aus dieser Zeit ist eine Darstellung erhalten, die vermutlich das Schloss noch vor den Umbauten zeigt. (Abb. 1) Es handelt sich um ein Fresko im Palazzo Vecchio in Florenz, das aus Anlaß der Hochzeit von Johanna von Habsburg mit Francesco de Medici im Jahr 1565 angefertigt wurde, offenbar aber auf eine etwas ältere Vorlage zurückgeht. Auf diesem Fresko ist der Uhrtrakt im wesentlichen in seiner heutigen Form zu erkennen, ebenso wie die äußere Umfassungsmauer mit den Türmen. Der Zöglingstrakt ist zwar noch nicht abgebildet, ist aber nach heutigem Forschungsstand wohl in der Bauphase Mitte des Jahrhunderts entstanden.<br>Den Quellen ist auch zu entnehmen, dass Maximilian II. (1564 &#8211; 1567) um diese Zeit auch die erste kaiserliche Menagerie in Ebersdorf einrichten ließ. Diese begegnet in den Quellen zuerst als Wolfsgarten, in dem Wölfe gehalten wurden, die bei Bedarf adeligen Gesellschaften als Jagdbeute dienten. Das erste exotische Tier in Wien war ein indischer Elephant, den der spätere Kaiser als Hochzeitsgeschenk aus Spanien mitbrachte. (Abb. 2) Daneben wurden nach verschiedenen Quellen auch Löwen, Tiger, Strausse und Bären gehalten und im Fundmaterial der Ausgrabungen konnten auch Kamelknochen nachgewiesen werden.<br>Die Wohnlichkeit des Schlosses wurde in dieser Bauphase erhöht, doch erhielt es im Gegensatz dazu, zumindest in den erforschten Bereichen, keine den Waffen der Zeit entsprechende, aufwendig errichtete bastionäre Befestigung. Die vorhandene Befestigung wurde, vielleicht aus Sparsamkeitsgründen, lediglich instandgehalten und geringfügig verändert. (Abb. 3) Die geringen Mauerstärken der Befestigung und kleinen Türme passen aber zum symbolisch-repräsentativen Charakter in der Übergangsphase von der Burg zum &#8222;festen Schloss&#8220; der Neuzeit.<br>In den 80er Jahren des 17. Jh. wurden der Kanzlei- und der Südtrakt in einheitlicher Form neu gebaut und die Kapelle errichtet. Auch die Fassadengliederung, wie aufgeputzte Eckquader, Geschoßbänder und Flächenmusterung, stammt aus der Zeit nach 1683. Dies geschah wahrscheinlich unter Leopold I., dessen Initialen sich noch heute auf dem Doppeladler über dem Hauptportal finden.<br>Die Umbaumaßnahmen in dieser Zeit sind durch zwei Abbildungen des Schlosses gut fassbar. Ein Stich in der Topographie von G. M. Vischer aus dem Jahr 1672 zeigt das Schloss noch mit der älteren, aus mehreren Gebäuden bestehenden Verbauung an der Ost und Südseite, Uhrtrakt und Zöglingstrakt sind in den heutigen Dimensionen zu erkennen. (Abb. 4)<br>Um 1723 datiert ein Stich nach einer Zeichnung von Salomon Kleiner. Dieser zeigt, neben den neu errichteten Trakten und der auch heute noch vorhandenen Fassadengliederung, ein weiteres interessantes Detail: vor der Südfassade des Uhrtraktes ist eine Freitreppe zu erkennen, die direkt in den ersten Stock des Gebäudes führt. Diese Darstellung kann durch eine Reisebeschreibung von Johann Basilius Küchelbecker aus dem Jahr 1732 und durch die Grabungen, bei denen die Fundamente der Treppe gefunden wurden, bestätigt werden. (Abb. 5)<br>Trotz dieser großzügigen Umbauten verloren die Habsburger in der Folge das Interesse am Schloss Kaiserebersdorf und unter Kaiserin Maria Theresia fand schließlich 1745 eine kurzfristige Umwidmung in ein Armenhaus statt. Josef II quartierte 1773 das Militär ein und bis ins frühe 20. Jh. wurde der Bau als Kaserne und Depot genutzt. Mit der Einrichtung einer Jugendstrafanstalt begann in den 20er Jahren das bisher letzte Kapitel des Abstiegs von der Kaiserresidenz zum nüchternen Gefängnis &#8211; Zweckbau.<br>Seit 250 Jahren finden somit Umbaumaßnahmen statt, die ohne Rücksichten auf den historischen Kern das Gebäude für den jeweiligen Zweck adaptieren. Einzig das Hauptportal und der barocke Stuckdekor der Kapelle lassen heute noch erahnen, wieviel an Ausstattung in dieser Zeit verloren ging.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Plazzo Vecchio</h3>



<p>Eine Darstellung von Schloss Kaiserebersdorf in Florenz</p>



<p>Die Bauforschung am Schloß Kaiserebersdorf kann sich auf ein äußerst interessantes Bilddokument stützen, das aus Anlaß der Hochzeit der Erzherzogin Johanna von Habsburg (1547 &#8211; 1578), der Tochter von Kaiser Ferdinand I., und Herzog Francesco de Medici (1541 &#8211; 1587) im Dezember 1565 entstand. (Abb. 1)<br>Der Vater des Bräutigams, Herzog Cosimo I, hatte Giorgio Vasari (1511 &#8211; 1574), den Hofkünstler der Medici und Architekten der Uffizien, mit der künstlerischen Leitung der Feierlichkeiten betraut. Vasari, ein enger Freund Michelangelos (1475 &#8211; 1564), ließ die gesamte Stadt mit Triumphbögen, Springbrunnen, Statuen, Heldendarstellungen und anderem mehr schmücken, die größtenteils Huldigungen an die Habsburger und die Medici darstellten. Da diese Werke durchwegs aus Holz und Leinwand bestanden, wurden sie nach dem Ende der Hochzeitsfeier entfernt und sind nicht erhalten.<br>Was jedoch erhalten blieb, ist die Ausgestaltung des Arkadenhofes im Palazzo Vecchio, dem Sitz der Medici. Dieser wurde unter Vasaris Leitung von seinen Schülern mit einem Zyklus mit 15 Ansichten von Städten und Residenzen aus den habsburgischen Länder geschmückt. Neben Ebersdorf (Abb. 2), in der Bildunterschrift &#8222;Ebestorphium villa imperialis&#8220; genannt, sind noch Sterzing, Prag, Passau, Stein (Krems), Klosterneuburg, Graz, Freiburg im Breisgau, Linz, Preßburg, Wien, Innsbruck, Konstanz, Wiener Neustadt und Hall in Tirol dargestellt. Eine im Hof angebrachte Tafel nennt Giovanni Lombardi, Cesare Baglioni und Sebastiano Veronese als ausführende Maler, die Zuordnung von Bildern zu den Künstlern ist trotz aller Versuche bisher noch nicht gelungen.<br>Zeitgenössische Quellen belegen die Probleme bei der Beschaffung der Vorlagen, über die heute nur wenig bekannt ist. Dies ist um so bedauerlicher, als sie vor allem für die Datierung der jeweiligen Stadtansicht wichtig wären, die nun in jedem einzelnen Fall über Vergleiche mit anderen historischen Quellen versucht werden muß. So ist etwa auf dem Ebersdorfer Fresko der Zöglingstrakt noch nicht abgebildet, der aber nach den Schriftquellen bereits um die Mitte des 16. Jh. entstanden sein dürfte. Das kann nun entweder bedeuten, dass die Vorlage für das Fresko vor dessen Baubeginn entstand, oder aber die Datierung des Baues später anzusetzen ist.<br>Darüber hinaus machen Änderungen an den Fresken, die im Zuge mehrerer Restaurierungen passierten, eine gewisse Vorsicht bei der Beurteilung von Details notwendig.<br>Im Fall von Ebersdorf stimmt aber die Abbildung in wesentlichen Punkten mit den Ergebnissen der Grabungen und der Bauforschung überein, was den Wert dieser ältesten bildlichen Quelle zum Schloss Ebersdorf unterstreicht.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://archaeologie-wien.at/abgeschlossene-grabungen/11-bezirk/schloss-kaiserebersdorf/">Schloss Kaiserebersdorf</a> erschien zuerst auf <a href="https://archaeologie-wien.at">Forschungsgesellschaft Wiener Stadtarchäologie</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Leberberg</title>
		<link>https://archaeologie-wien.at/abgeschlossene-grabungen/11-bezirk/leberberg/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[klmadmin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Oct 2020 10:33:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[11. Bezirk]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://wp.archaeologie-wien.at/?p=617</guid>

					<description><![CDATA[<p>Urgeschichtliche Siedlungsbefunde </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://archaeologie-wien.at/abgeschlossene-grabungen/11-bezirk/leberberg/">Leberberg</a> erschien zuerst auf <a href="https://archaeologie-wien.at">Forschungsgesellschaft Wiener Stadtarchäologie</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="has-medium-font-size wp-block-heading">11. Leberberg</h2>



<h4 class="wp-block-heading">Urgeschichtliche Siedlungsbefunde </h4>



<p>Auftraggeber: Firma Wien Süd</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://archaeologie-wien.at/abgeschlossene-grabungen/11-bezirk/leberberg/">Leberberg</a> erschien zuerst auf <a href="https://archaeologie-wien.at">Forschungsgesellschaft Wiener Stadtarchäologie</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Münnichplatz</title>
		<link>https://archaeologie-wien.at/abgeschlossene-grabungen/11-bezirk/muennichplatz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[klmadmin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Oct 2020 10:32:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[11. Bezirk]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://wp.archaeologie-wien.at/?p=615</guid>

					<description><![CDATA[<p>Neuzeitlicher Friedhof </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://archaeologie-wien.at/abgeschlossene-grabungen/11-bezirk/muennichplatz/">Münnichplatz</a> erschien zuerst auf <a href="https://archaeologie-wien.at">Forschungsgesellschaft Wiener Stadtarchäologie</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="has-medium-font-size wp-block-heading">11. Münnichplatz</h2>



<h4 class="wp-block-heading">Neuzeitlicher Friedhof </h4>



<p>Grabungen rund um die Kirche im Zuge der Straßenerneuerung. Hier lag der zugehörige Friedhof. Freilegen von zahlreichen Bestatttungen und den Resten einer frühneuzeitlichen, das gesamte Areal umspannenden Ringmauer.</p>



<p>Auftraggeber: MA 28</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://archaeologie-wien.at/abgeschlossene-grabungen/11-bezirk/muennichplatz/">Münnichplatz</a> erschien zuerst auf <a href="https://archaeologie-wien.at">Forschungsgesellschaft Wiener Stadtarchäologie</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Csokorgasse</title>
		<link>https://archaeologie-wien.at/abgeschlossene-grabungen/11-bezirk/csokorgasse/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[klmadmin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Oct 2020 10:29:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[11. Bezirk]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://wp.archaeologie-wien.at/?p=612</guid>

					<description><![CDATA[<p>Eine Ansiedlung der älteren Urnenfelderkultur im Nahbereich der Donau</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://archaeologie-wien.at/abgeschlossene-grabungen/11-bezirk/csokorgasse/">Csokorgasse</a> erschien zuerst auf <a href="https://archaeologie-wien.at">Forschungsgesellschaft Wiener Stadtarchäologie</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="has-medium-font-size wp-block-heading">11. Csokorgasse</h2>



<h4 class="wp-block-heading">Eine Ansiedlung der älteren Urnenfelderkultur im Nahbereich der Donau</h4>



<p>Im Südosten von Wien führt die Simmeringer Hauptstraße als große, wahrscheinlich bereits zur Zeit der römischen Besiedlung in seiner Orientierung bestehende, Ausfallstraße nach Osten. Nördlich des Zentralfriedhofs vorbei laufend überquert sie die zur Donau entwässernde Schwechat um, stets südlich der Terrassenkante und damit vor Hochwasser geschützt, als Hainburger Bundesstraße bis nach Petronell, dem römischen Carnuntum, zu führen.&nbsp;</p>



<p>Direkt an der Stadtgrenze Wiens zweigt die Csokorgasse von der Simmeringer Hauptstraße aus nach Norden ab, und der Weg führt leicht geschwungen über die Mühlsangergasse nach Kaiserebersdorf.&nbsp;</p>



<p>Seit dem Jahr 1924 bringen baubegleitende archäologische Untersuchungen im Bereich Csokorgasse &#8211; Mühlsangergasse Spuren intensiver spätbronzezeitlicher Siedlungstätigkeit zutage. Die Stadtarchäologie Wien, unter Leitung von UD Dr. O. Harl arbeitet im Rahmen eines Projektes die zahlreichen Fundstellen auf, um Aussagen über Art, Dauer und Ausdehnung der Ansiedlung im Nahbereich der Donau treffen zu können.&nbsp;</p>



<p>Das Gelände im Bereich der Csokorgasse &#8211; Mühlsangergasse fällt sanft nach Nordosten ab. Die Seehöhe nahe der Simmeringer Hauptstraße beträgt 171 m und erreicht 1.2 km weiter nördlich in Kaiserebersdorf noch Werte von 157 m. Im Norden bricht das Plateau der Friedhofsterrasse deutlich zur Praterterrasse hin ab. Von Süden in die Donau einfließend, stört das Alluvium der Schwechat den Schotterkörper der Terrasse westlich des Straßenzuges. Im Gebiet von Kaiserebersdorf trifft das trichterförmig erweiterte Mündungsgebiet der Schwechat auf die nach Süden schwenkende Mäander der Donau und bildet eine Bucht, an deren südwestlichen Ecke sich das urnenfelderzeitliche Siedlungsareal erstreckt.&nbsp;<br>So liegen die Fundstellen am Rand einer mit Lößen und Lehmen bedeckten Hochterrasse. Sie wird im Süden durch die Liesing, im Osten durch die Schwechat und im Norden von der Donau begrenzt. In weitere Folge schließen im Süden das Quarzschotterhügelland, und weiter im Westen der Laaerbergzug mit Höhen bis 255 m an.</p>



<p>Die Fundstellen</p>



<p>1. Gräber&nbsp;<br>Fundstelle 1, 2 und 3 im Bereich Csokorgasse/Simmeringer Hauptstraße<br>In den Jahren 1924 sowie 1935 und 1936 wurden im Zuge eines Kanalbaus im unteren Bereich der Csokorgasse in der Nähe der Simmeringer Hauptstraße die Reste von zumindest 5 Bestattungen geborgen. Die Gräber lagen über einen Bereich von mehr als 300 m Ausdehnung verstreut, wodurch man eine Vorstellung von der möglichen Größe des Friedhofareals erhält. In kurzfristig eingeleiteten Notgrabungen konnten neben diesen 5 Bestattungen Reste von möglicherweise 7 weiteren Grabinventaren, welche bereits den Bauarbeiten zum Opfer gefallen waren, gerettet werden.&nbsp;</p>



<p>Die Gräber lagen am Rand des sich weiter nördlich erstreckenden Siedlungsareals. Mit großer Wahrscheinlichkeit wurden an dieser Stelle die Verstorbenen dieser Ansiedlung bestattet und mit für diese Zeit charakteristischen Grabbeigaben ausgestattet.&nbsp;<br>Der Sitte gemäß wurde der Leichnam verbrannt und die Reste der Knochen und seiner Tracht wurden in einer Urne beigesetzt. Beigaben wie Gefäße und auch Speisen sollten den derart Bestatteten auch über den Tod hinaus versorgen.</p>



<p>2. Siedlung<br>Fundstelle 5-9 im Bereich Csokorgasse/Sängergasse<br>Nur wenige hundert Meter nördlich der urnenfelderzeitlichen Gräber wurden seit 1971 und verstärkt seit 1997 die Reste einer ausgedehnten Siedlung gefunden.&nbsp;<br>Waren es im Jahre 1971 noch vereinzelte Gruben, welche von Teilen eines völkerwanderungszeitlichen Awarenfriedhofs überlagert worden waren,&nbsp;<br>So stießen die Ausgräber im Jahr 1997 im Bereich westlich davon auf einen ausgedehnten Komplex von dicht beieinander liegenden zumeist seichten Gruben.&nbsp;</p>



<p>Diese können als Speicher-/Vorratsgruben, Materialentnahmegruben zum Hausbau und Löcher von Holzpfosten von Gebäuden gedeutet werden. Es war allerdings nicht möglich, aus den erhaltenen Pfostenlöchern einen Hausgrundriss zu rekonstruieren.<br><br>3. Dreischiffiges Pfostenhaus und Siedlungsgrube<br>Fundstellen 10 und 11 im Bereich Mühlsangergasse/Ernst Heiss Gasse<br>1997 und 1998 wurden im Zuge kleiner Rettungsgrabungen weiter im Norden in der Mühlsangergasse Ecke Ernst Heiss Gasse 41 Pfostenlöcher freigelegt, die letzten Reste eines 12 m langen und etwa 4,5 m breiten dreischiffigen Langhauses. In solchen großen Gebäuden befanden sich zumeist neben dem Wohnbereich auch die Stallungen für Tiere und Speicherräume.&nbsp;</p>



<p>In der unmittelbaren Umgebung des Hauses war 1997 eine Grube unbestimmter Funktion mit spätbronzezeitlicher Keramik geborgen worden.&nbsp;</p>



<p>Fragestellungen<br>Die archäologische Auswertung des Fundmaterials soll neben der genauen zeitlichen und kulturellen Einordnung der Fundstelle auch Einblicke in die Wirtschaftsweise der ländlichen Bevölkerung nahe der Donau geben. Der Vergleich mit anderen Wiener Fundstellen der älteren Urnenfelderzeit soll Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Siedlungen und der darin erhaltenen Funde aufzeigen und ergründen.&nbsp;</p>



<p>Ein Schwerpunkt der Forschung liegt in der genauen Aufnahme der Keramikfragmente. Anders als bei Gräbern findet der Archäologe bei Ausgrabungen in Siedlungsarealen zumeist nur stark fragmentierte Gefäßreste, die zerbrochen und damit unbrauchbar geworden, als Abfall in die Gruben gelangten.<br>Vor allem anhand der Ränder ist es dem Archäologen möglich auf die Form der Gefäße zu schließen. Damit können Alter und Verwendung der Keramik ermittelt werden. Diese soll, mit statistischen Mitteln ausgewertet, die Nutzung der einzelnen Keramikformen beleuchten.<br>Über das Fundmaterial welcher als Abfall verworfen, auf uns gekommen ist, ist es weiterhin auch möglich über einen weiteren Aspekt des damaligen Lebens zu resümieren. Der Umgang mit Abfall. Eine besonders aktuelle Frage, bedenken wir den täglich wachsenden Müllberg einer Millionenstadt.<br>Anhand der Form und Lage der Gruben ist es möglich auf die Anlage und räumliche Organisation der Siedlung zu schließen. Da jeder Bodeneingriff einen bestimmten Zweck verfolgte, ist es so möglich, bei aller gebotenen Vorsicht soweit es sich im Boden manifestiert hat, die Art der im Siedlungsbereich vollzogenen Tätigkeiten zu beschreiben.&nbsp;<br>Letztlich gibt die Anlage der Siedlung auf einen bestimmten Areal die Möglichkeit die Ansprüche der urnenfelderzeitlichen Bevölkerung an einen Siedlungsplatz zu formulieren, deren Änderung festzustellen, und in weiterer Folge zu ergründen.<br></p>



<p>Auftraggeber: Firma GEWOG</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://archaeologie-wien.at/abgeschlossene-grabungen/11-bezirk/csokorgasse/">Csokorgasse</a> erschien zuerst auf <a href="https://archaeologie-wien.at">Forschungsgesellschaft Wiener Stadtarchäologie</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
